Category Archives: Blog

Professor Hetzer mit Stefan Sichelschmidt bei der Präsentation

“Marathon mit Kunstherz” präsentiert seine Projekte.

“Marathon mit Kunstherz” präsentiert seine ProjekteDie Präsentation und Pressekonferenz “Marathon mit Kunstherz” haben wir am 19 März 2015 gut hinter uns gebracht. Alles ist gut gelaufen,  hier ein kurzer Bericht darüber.

Professor Dr. Dr. Hetzer, ehemaliger Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin, hat über Kunstherz und meine Geschichte referiert. Er hat erklärt was ein Herzunterstützungssystem ist, wie es funktioniert und wann es zum Einsatz kommt. Professor Hetzer kennt meine Vorgeschichte gut, und behauptet, dass die Herzklappen Rekonstruktion, die ein Paar vorher Monate in einer andere Klinik statt gefunden hat, als einer der Gründe für meiner Herzversagen, nicht auszuschließen ist. Herr Professor erzählt, dass als ich im Juni 2009 ins Deutschen Herzzentrum gebracht wurde, ich schon ein fortgeschrittenes Herzversagen hatte und ohne Turbine ich keinen Erfolg auf überleben gehabt hätte.

“Die Anfangsphase was steinig, aber er hat es gut überstanden, und sich zu einem Vorzeige Patient entwickelt. Mit der Firma Thoratec will er daraufhinweisen, wie gut diese Technologie heute ist, was man damit machen kann, und das spielt eine große Rolle in Zukunft, da die Alternative – Herztransplantation immer weniger machbar ist, da es immer weniger Spender gibt und, zum anderen, kommt Herztransplantation nicht in Frage bei älteren Menschen nicht mehr in Frage , oder die, die sonstigen Risikofaktoren haben. Ich glaube, dass Patienten wie Herr Sichelschmidt der Fall ist, der auch die Menschen davon überzeugt was mann mit so einer neuartigen Entwicklung machen kann”.

Professor Hetzer mit Stefan Sichelschmidt bei der Präsentation

Professor Dr. Dr. Hetzer mit Stefan Sichelschmidt bei der Präsentation

Als nächsten Gesprächspartner begrüßte ich Dr. Jobst Treiber, Geschäftsführer der Hersteller Niederlassung in Europa Thoratec.

Dr. Treiber erzählte die Geschichte und Errungenschaften von Thoratec. Die Firma hat vor ca. 35 Jahren mit der Entwicklung von Blutpumpen begonnen. Das die Kunstherzen so eine rasante Entwicklung durch machen würde, hat man sich damals nicht in geringsten erträumen lassen. Ein Kunstherz aus der Anfangsgeneration war sehr groß und schwer, so dass der Patient Stationär im Krankenhaus bleiben musste. Dis Systeme werden immer kleiner und leistungsfähiger. Seit Sommer 2014 arbeitet Thoratec an einer Zulassungsstudie für das HertMate III, das noch kleiner, blutverträglicher, leistungsstärker ist und auch höhere Batterie Kapazität hat. 20.000 HeartMate II wurden bisher implantiert, ca. 400 bis 500 Patienten leben erfolgreich mit der System seit über 5 Jahren. Derzeit wird alle 30 Minuten so ein System weltweit in einen Patient implantiert.

“Für uns als Hersteller es ist sehr wichtig zu sehen, dass diese Pumpsysteme wirklich zum tragen kommen in der Form wie du das demonstrierst und, dass du so aktiv für diese Therapie unterwegs bist. Wir wünschen dir viel Erfolg für die weiteren Veranstaltungen.”

Dr. Jobst Treiber (Thoratec) mit Stefan Sichelschmidt bei der Präsentation

Dr. Jobst Treiber (Thoratec) mit Stefan Sichelschmidt bei der Präsentation

Dann wurden die Teammitglieder und unsere Projekte vorgestellt (leider fehlten drei Teilnehmer bei der Präsentation):

Meine Team für die Projekte 2015

Meine Teammitglieder für die Projekte 2015

“Marathon mit Kunstherz” präsentiert seine Projekte:

Ich bedankte mich ganz herzlich bei Prof. Dr. Dr. Roland Hetzer und Dr. Jobst Treiber für Ihre herzliche und warmen Worte. Auch ein großes Danke an Leicht Küchen in der alten Backfabrik für die Bereitstellung der Räumlichkeiten, für das Catering, für das Vertrauen, dass sie in uns setzten, und für das Sponsoring der Projekt.

Ein danke auch an die Berliner Sparkasse, Thoratec, Holmes Place, NEFF, Garant, ESM Satz und Grafik GmbH, Thule, Skate & Glide und K2 für das in uns gebrachte Vertrauen.

Fotos zu Veranstaltung hier
Artikel in der Berliner Morgenpost hier

Euer
Stefan

Facebookgoogle_pluspinterestmail
Einladung

Präsentation und Pressekonferenz

Nun ist es bald soweit und ich kann jetzt offiziell unsere Präsentation und Pressekonferenz bekannt geben.

Am Donnerstag den 19.03.2015 ab 17.00 Uhr werden wir ganz offiziell die Teams für unsere Projekte 2015 bekannt machen. Es wird von 17.00 Uhr bis ungefähr 18.30 Uhr ein Programm geben und die Mitstreiter werden vorgestellt. Anschließend wird es eine kurze Pressekonferenz geben die dann mit Kulinarischem abgeschlossen wird. Wir sind alle schon sehr aufgeregt, auch wenn es noch viel zu tun gibt, und freuen uns auf diesen Tag.

Folgende Projekte sind geplant:

– Garmin Velothon Berlin 2015 am 31.05.2015
– Firmenlauf am 12.06.2015
– 42. BMW BERLIN-MARATHON Inlineskating am 26. 09. 2015

Ganz besonders möchte ich mich bei den Sponsoren bedanken, dass sie mir die Möglichkeit geben die Projekte und meine Nachrichten zu verwirklichen. Hiermit fordere ich noch einmal alle Kunstherzpatienten auf, am Leben teil zu nehmen.

Facebookgoogle_pluspinterestmail
Röntgenbild von meinem Kunstherz

Leben mit Kunstherz – Leben nach einer Herzoperation

Leben mit Kunstherz – Leben nach einer Herzoperation: In diesem Beitrag möchte ich euch über mein Leben mit Kunstherz berichten und ein paar Ratschläge aus eigener Erfahrung geben, wie man nach einer offene Herzoperation in ein normales Leben zurück findet.

Wenn man die Entscheidung treffen muss ein Kunstherz (auch als Herzunterstützungssystem oder Herzpumpe bekannt) zu bekommen, dann denkt man natürlich darüber nach, was passiert nach der Operation, wie beeinflusst es mein Leben. Natürlich ist die wichtigste Frage, ob man die Operation überhaupt überlebt. Aber man soll immer positiv denken. Eine Herzpumpe wird mich am Leben erhalten. Aber diese Pumpe ist ein Fremdkörper. Wie reagiert mein Körper auf das Gerät? Die Angst der Ungewissheit, was mit meinem Leben nach der Operation passiert, kann man sehr gut verstehen. Ob ich mit meiner Pumpe klar kommen werde, wusste ich auch nicht. Heute kann ich mit  euch meine Erfahrung teilen und hoffe, dass euer neues Leben mit Kunstherz eine Chance für ein besseres Leben ist.

Leben mit Kunstherz – Leben nach einer Herzoperation

Stefan Sicherlschmidt

  • Leben mit Kunstherz: Was ist ein Kunstherz?

Ich erkläre kurz was ein Kunstherz ist. Es ist kein Ersatz für das Herz, sondern es ist eine Turbine, die das Blut durch den Körper pumpt. Man nennt es auch Ventrikuläres Assist Device, dieses Assist Device gibt es als Links-, Rechts- als auch ein Biventrikuläres System. Es entlastet die kranke Herzseite. Ich habe ein Linksventrikuläres System. Man braucht es wenn das eigene Herz zu schwach ist. Die Turbine, die ich habe ist von Firma Thoratec und heißt Heartmate II. Die Turbine wurde in meinen Körper implantiert und wird über externe Akkus mit Energie versorgt – deren Laufzeiten betragen, in meinem Fall, 19 bis 21 Stunden. Die Turbine ist über ein Kabel, das  durch meine Bauchdecke führt, mit einem Controller verbunden.  Die Akkus trage ich in meinem Lieblings Thule Rucksack und sage allen, die mich fragen, warum ich mein Rucksack nicht absetze, dass das mein Leben ist.

Leben mit Kunstherz – Leben nach einer Herzoperation

Leben mit Kunstherz – Leben nach einer Herzoperation. Offene Herzoperation mit Implantation von einem Kunstherz ist kein leichtes Ereignis, aber es ist auch mit einem Kunstherz möglich aktiv in Leben…

  •  Nach der Herzoperation

Jeder Anfang ist schwer. Das war auch für mich so. Nach den Operationen (mein Fall war sehr schwer)  wurde ich noch 2 Monate lang im künstlichen Koma gehalten, damit sich mein Körper und vor allem mein Gehirn mit der „Neuigkeiten nicht zu erschrecken“.

Meine Familie erzählte mir, dass ich mit einer Beatmungsmaschine verbunden war und meine Körper total verkabelt war. Während des künstlichen Komas verlor ich 35 Prozent meines Körpergewichtes. Als ich aus dem Koma aufgewacht bin, habe ich meine Familie und Freunde gesehen und das hat so gut getan. An die Zeit nach dem Aufwachen kann ich mich jetzt kaum noch erinnern. Ich war sehr schwach und mein Körper kämpfte ums  Überleben. Ich kann mich aber an lustige Sachen erinnern, wie die Kompressionsstrümpfe gegen Ödeme, die ich an meinen Beinen hatte. Man muss sie in den ersten Wochen nach der Operation tragen, denn Sie fördern den Blutabfluss in den Beinen.

Nach ungefähr drei Wochen wurde ich von der Intensivstation auf die Pflegestation verlegt. Die Physiotherapeuten machten mit mir die ersten Übungen. Erst auf die Bettkante setzten, dann langsam hin stellen und als letzter Schritt, die ersten geh versuche auf dem Zimmer und das immer mit Sauerstoffmaske und Gehhilfe.  Nach und nach kam die Kraft zurück und ich konnte schon auf dem Flur laufen und das Muskelaufbautraining auf ein spezielles Muskelaufbaugerät machen. Wichtig ist nicht zu übertreiben. Alle Aktivitäten, die man vor der Operation getrieben hat, sollte man langsam wieder machen.

  • Psychische Zustand und Emotionen.

Stimmungsschwankungen nach dem chirurgischen Eingriff am offenen Herzen kommt oft vor. Fröhliche Erregung nach dem Aufwachen wird häufig von Mutlosigkeit oder von depressiven Reizungen gefolgt. Das Gedächtnis verschlechtert, Konzentration und Aufmerksamkeit werden weniger ausgeprägt, Zerstreutheit erhöht sich. Das sind die Zustände, die man selbst nicht ganz wahrnimmt, man hört sie von Familienangehörigen. Bei mir war es genauso. Sie und ihre Familie müssen sich keinen großen Sorgen machen. Die Symptome werden mit der Zeit nach lassen.

Eine ganz spezielle Schwierigkeit, die ich hatte, war das Geräusch der Turbine, die ich am Anfang ganz klar hören konnte. Sie ist zwar leise, aber wenn man die ersten Wochen nichts tun kann und viel im Bett liegen muss, und man konzentriert sich auf die Geräusche, dann hört man die Turbine. Insbesondere in der Nacht, wenn alles sehr ruhig war, habe ich die Turbine gehört und konnte sehr schlecht schlafen. Später habe ich gelesen, dass es eine psychische Erkrankung gibt, in dem  man sich auf die Geräusche der Turbine konzentriert, und dass man beginnt Geräusche zu hören, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Soweit war es mit mir, zum Glück, nicht. Aber das war am Anfang und der Anfang ist immer schwer.

  • Rehabilitation nach der Herzoperation

Wenn das Krankenhaus der Meinung ist das der Patient in einer guten Verfassung ist und zur Reha entlassen werden kann, dann wird der/die  Sozialarbeiter/rinn des Herzzentrums euch helfen bei der Suche nach einer passenden Rehaklinik. Die Sozialarbeiter werden euch mit Anträge helfen.

In der Rehabilitationsklinik wird man auf den normalen Lebensrhythmus hin trainiert. Das Programm beinhaltet Muskelaufbau, Umgang mit dem System, Ausdauer Training, Ernährungsberatung, medikamentöse Einstellung und Psychische Beratung.  Auch Schulungen zur Erkrankung und zum Verhalten nach einer Herzoperation werden durchgeführt. Am Ende der Reha bekommt man noch Unterlagen für den Hausarzt mit.

  • Zurück nach Hause – Leben mit Kunstherz beginnt!

Nach der erfolgreichen drei- bis vierwöchigen Reha geht man endlich zurück nach Hause. Natürlich ist man noch ganz schwach, da bis zur endgültigen Erholung der Körper noch ein paar Monate ja bis zu einen Jahr Braucht. Es ist ganz wichtig, dass man ab sofort alles tut um den körperlichen und seelischen Zustand zu optimieren. Es ist klar, dass man am Anfang viel Unterstützung braucht, aber es hilft nicht, wenn man alles für sich machen lässt. Nach ein paar Monate kann man schon fast alles selbst machen, und wenn man keine Chance hat was zu machen, wird der ganze Erholungsprozess verlangsamt.

  • Was ist zu beachten beim Essen und Trinken

Nach der Operation ist es höchstwahrscheinlich, dass man kein oder schlechten Appetit hat. Aber es ist wichtig für die Genesung der physischen und seelischen Wunden, entsprechende Ernährung zu sich zu nehmen. Insbesondere für mich war es super wichtig meine verlorenen Kilos zurück zu gewinnen, aber nicht irgendwie, sondern auf gesunde Art und Weise. Ich durfte eigentlich alles essen, und schon im Krankenhaus bekam ich zusätzlich Proteincocktails zu meinen Essen die mir die Ernährungsberaterin des Herzzentrums verordnet hatte. Nur beim verzerr von Vitamin K enthaltene Produckte wie Kohl, Kartoffeln, Sauerkraut, Erbsen, etc., soll man ein bisschen beachten, da diese Lebensmittel das Blut dickflüssiger macht. Alkohol in Maßen, beispielsweise am Abend ein Glas Rotwein, schadet sicher nicht, sondern wirkt sich sogar günstig auf das Herz-Kreislauf-System aus. Allerdings führt übermäßiger Alkoholgenuss zum Gegenteil.

Ihr wollt immer ein bisschen abnehmen (oder zunehmen) oder einfach mit einem gesunden Lebensstil beginnen? Mit einem neuen Herz ist das die beste Zeit, sich diesen Wunsch zu erfühlen. Sagen ist immer leichter als tun. Aber ich versuche es für mich und für meine Familie. Meine Leben mit Kunstherz soll gesund sein.

  • Waschen mit Kunstherz

Ab jetzt kein Baden, nur noch Duschen. Für eine Wasserratte wie mich war es unvorstellbar. Aber was kann ich machen? Dran gewöhnen! Der Mensch kann sich an alles gewöhnen. Duschen darf man sobald die Operationswunden verheilt sind. Bis dahin wäscht man sich mit eine Waschlappen. Jedoch sollte man die frische Narbe nicht längere Zeit der Feuchtigkeit aussetzen.

  • Körperliche Aktivität

Ihr könnt mit eurem Arzt ein persönliches Bewegungsprogramm erstellen, oder einfach langsam mit einfachen Bewegungen anfangen. Wichtig ist, dass ihr auf euren Körper hört. Wenn ihr eine Pause braucht, dann macht ihr sie. Ich begann mit kleinen Spaziergänge mit meine Kinder, oder Treppen steigen. Später, nach und nach begann ich vorsichtig mit meinen Lieblings Sportaktivitäten: Fahrradfahren Inlineskating, Eislaufen und sogar Skilaufen.

Man empfiehlt bei einer Herzerkrankung eine Ausdauer Sportart wie Gehen, Radfahren, oder Skiwandern. Dabei sollte man sich nur soweit beanspruchen, dass man sich während der körperlichen Betätigung ohne Probleme unterhalten kann.

Man muss auch beachten, dass bei der Körperlichen Anstrengungen das Brustbein nicht überlastet wird. Es verheilt erst nach drei bis vier Monaten nach der OP und ist erst nach sechs Monaten wieder belastbar. In dieser Zeit sollte man das Brustbein z. B. durch das Tragen schwerer Einkaufstaschen oder Krafttraining nicht belasten. Das könnte dazu führen, dass die Brustbeinhälften nicht stabil miteinander verwachsen. Hausarbeit wird auf keinen Fall schaden. Sie hilft nicht nur ihrer Familie, sondern auch ihrer Genesung.

Leben mit Kunstherz – Leben nach einer Herzoperation 

Skiing in Austria 2015

Skiing in Lofer, Austria 2015

  • Medikamenten und Verband

Blutverdünner sind bei Kunstherzpatieneten nicht zu vermeiden. Natürlich sollte man nur die Medikamente nehmen die vom Arzt oder Herzzentrum verschrieben wurden. Wenn ihr wegen anderer Erkrankungen Medikamente nehmen müsst, dann sprecht unbedingt mit eurem Arzt, ob sich die Medikamente mit einander vertragen. Euer Verband MUSS immer steril sein. Ob eure Familienangehörige das machen, oder eine Krankenschwester kommt, ist egal. Hauptsache ist, dass der Verband richtig und rechtzeitig gemacht wird. Bei mir wird der Verband jeder Woche gewechselt.  Bei Entzündungen sollte man sich so schnell wie möglich mit dem Herzzentrum in Verbindung setzten und zur Not ins Krankenhaus fahren, außerdem sollte dann der Verband alle 2-3 Tage gewechselt werden.

Es hat lange gedauert bis zu meiner heutigen Verfassung. Wenn mich die Leute heute sehen, dann merken sie nicht, dass ich ein Mensch mit einem Kunstherz bin. Mich Unterscheidet nur der Rucksack und das Kabel das aus dem Rucksack zu meinem Körper führt. Leben mit Kunstherz – Ich liebe es!

Setzt euch ein Ziel: den normalen Alltag wie gewohnt wieder zu erleben und arbeitet mit eurem neuen Herz daran.

Herzliche Grüße

Stefan

Mehr Information über Kunstherz auf YouTube

Leben mit Kunstherz – Leben nach einer Herzoperation

Facebookgoogle_pluspinterestmail